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Griechische Wut auf Polnisch

31. Mai Veröffentlicht von

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Der Mythos »Medea« beschäftigt und begleitet die Menschheit schon seit Jahrhunderten. Dass der antike Stoff nicht nur diesen langen Zeitraum überdauert hat, sondern auch Ländergrenzen nicht zu fürchten braucht, zeigt am Donnerstag die Inszenierung der Tragödie Senecas vom L. Kruczkowiski Theater Zielona Góra im Rahmen des Festivals »3LänderSpiel 2012« in Zittau.

Es ist der Mythos um eine Frau, die alles verliert – ihre Heimat, ihren Mann, ihre Kinder – und grausam Rache nimmt an den Menschen, die sie für ihr tiefes Unglück verantwortlich macht. Die Medea ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, eine Zauberin und Priesterin, Tochter des König Aietes. Mithilfe ihrer magischen Kräfte unterstützt sie Jason dabei die Aufgaben ihres Vaters zu lösen, um das goldene Vlies zu gewinnen, und rettet ihm das Leben. Doch Jason verlässt sie und die gemeinsame Tochter, und vermählt sich mit der Tochter des Königs von Korinth. Medea kann Schmerz, Elend und Verzweiflung nicht bewältigen. Im Rausch von Hass, Wut, Trauer, Leidenschaft und Liebe überschreitet sie alle Grenzen der Menschlichkeit und hinterlässt – nichts.

Die Produktion aus Zielona Góra will zeigen, zu was der Mensch fähig ist, wenn er von einer solch großen Wut besessen ist. Brano Mazuch inszeniert zeitgenössisch und experimentell und geht damit direkt unter die Haut. In einer Landschaft aus flachen Metall-Boxen und symbolischen Materialien wie Sand, Kohle und Stein bewegen sich die Akteure. Die angsterfüllte und geradezu schauerliche Atmosphäre wird durch Live-Musik vervollkommnet. Das zerstörerische Ritual wird zu einem Thriller auf der Theaterbühne.

»Medea«
Tragödie von Seneca
THEATER ZITTAU, Theater hinterm Vorhang 
Do., 31.05.2012, 19:30 Uhr
Lubuski Teatr w Zielonej Górze (PL)
Regie: Brano Mazuch

Foto: Lubuski Teatr

 

 


Eugen vs. Tatjana – Premiere am Samstag, TMV-Probe am Mittwoch

30. Mai Veröffentlicht von

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»Eugen Onegin« bildet mit der gleichzeitig entstandenen »Symphonie Nr.4« einen ersten Höhepunkt in Tschaikowskys kompositorischer Laufbahn. Am GHT Görlitz ist nun das bekannteste Bühnenwerk des Komponisten ab 2. Juni in der Regie von Sebastian Ritschel und mit GMD Eckehard Stier am Pult in russischer Originalsprache neu zu erleben (Szenenfoto: Marlies Kross).

Die Schwestern Olga und Tatjana leben mit ihrer Mutter, der Gutsbesitzerwitwe Larina und Amme Filipjewna zusammen. Tatjana ist verträumt, neigt zu Schwärmereien und hofft auf eine große Liebe. Die nüchterne Olga hingegen ist mit dem Schriftsteller Lenski verlobt. Eines Tages bringt Lenski seinen Freund Eugen Onegin zu Besuch mit. Tatjana ist tief beeindruckt und verliebt sich augenblicklich in den weltmännischen Unbekannten und gesteht Onegin in einem Brief ihre Liebe.
Doch beim nächsten Treffen weist er sie kühl zurück: er sei nicht für die Ehe geeignet. Auf dem Ball, der zu Tatjanas Namenstag gefeiert wird, begegnet sie Onegin wieder, der nur Lenski zuliebe mit auf das Fest gekommen ist. Dieser macht seiner Verlobten Olga Vorwürfe, weil sie nur mit Onegin tanzt. Onegin macht Olga den Hof, um Lenski zu kränken, und schließlich fordert dieser ein Duell. Obwohl der Hass am nächsten Tag verflogen ist, duellieren sich die beiden. Lenski wird von Onegin erschossen. Jahre später kehrt Onegin nach Russland zurück. Auf einem Ball begegnet er Tatjana erneut, die mittlerweile den Fürsten Gremin geheiratet hat. Onegin ist von der eleganten Fürstin beeindruckt. Stürmisch gesteht er ihr nun seine Liebe, doch sie weist ihn mit Blick auf ihre ehelichen Pflichten zurück.

Das Libretto zu diesem dramatischen Werk schrieb Tschaikowsky größtenteils selbst nach einem Roman Alexander Puschkins. Im Zentrum stehen hier nicht die übliche Opern-Fantastik oder folkloristische Anklänge sondern die Herzensnöte durchschnittlicher russischer Adliger. Damit wagte sich Tschaikowsky abseits der gängigen Opernpraxis seiner Zeit. Vorbild für die Thematik des Alltags war dabei Bizets »Carmen«, die Form der Aneinanderreihung lyrischer Bilder fand
Tschaikowsky im Libretto zu Anton Rubinschteins Oper »Demon«.

Der Görlitzer Theater- und Musikvereins lädt alle Opernfreunde herzlich zur öffentlichen Bühnen–und Orchesterprobe am Mittwoch (30. Mai, 18 Uhr) ein. Im Anschluss an die Probe daran informiert der Dramaturg Ronny Scholz im Foyer über das Inszenierungskonzept.

»Eugen Onegin«
Lyrische Szenen von Peter Tschaikowsky
Musikalische Leitung: GMD Eckehard Stier
Inszenierung: Sebastian Ritschel
Ausstattung: Britta Bremer

THEATER GÖRLITZ
Sa., 02. Juni 2012, 19:30 Uhr – PREMIERE
Fr., 08. Juni 2012 19:30 Uhr
Sa., 16.Juni 2012 19:30 Uhr
So., 24.Juni 2012 15:00 Uhr


Festival-Eröffnung mit Visionen und Komödie

29. Mai Veröffentlicht von

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Ab 30. Mai steht das Zittauer Bühnengeschehen vollständig im Zeichen des grenzenlosen Kennenlernens: Das trinationale Theaterfestival »3LänderSpiel 2012« wird am Mittwoch eröffnet und lädt sogleich zum Entdecken einer tschechischen Sichtweise auf den großen Altmeister Shakespeare ein.

Doch bevor es auf die Bühne geht, treten erst einmal die Intendanten der drei Schauspielhäuser aus Zittau, Liberec und Jelenia Góra vor das Publikum und stellen das Theaterprojekt »J-O-S« vor. Dieser gemeinsame Theaterverbund soll in Zukunft die künstlerische Kooperation der drei Theater stärken, so der Zittauer Intendant Carsten Knödler: »Wir müssen einander wahrnehmen, miteinander ins Gespräch kommen, einander zuhören, miteinander arbeiten und feiern. Dafür soll J-O-S eine Plattform und einen Rahmen geben. Das Zusammenwachsen zu einem Europa funktioniert nur auf einer sehr persönlichen Ebene, die verhundert- und vertausendfacht Grenzen sprengt.«

Wie dieses Zusammenwachsen praktisch aussehen kann, zeigt direkt nach der Projektvorstellung die Zittauer Premiere von »Der Widerspenstigen Zähmung« des D.X. Salda Theaters Liberec (Foto: PR) unter Regie von Schauspielddirektor Michael Lang. Shakespeares berühmte Komödie dreht sich um die eigensinnige Katharina, die erst verheiratet werden muss, damit Lucentio deren jüngere Schwester Bianca heiraten kann. Die Chancen dazu stehen denkbar schlecht, als genau zum richtigen Zeitpunkt Petruchio auftaucht, der der Einzige zu sein scheint, der es mit der schlagfertigen Katharina aufnehmen kann – der Widerspenstigen Zähmung kann beginnen.

Shakespeare entwickelt in einer unübertroffenen komödiantischen Art das Verhalten des unkonventionellen Paares an einer ganzen Reihe von Fragen, die bis heute unbeantwortet sind. Er überlässt es dem Publikum, zu entscheiden, wer da nun eigentlich von wem gezähmt wird. In der Liberecer Inszenierung wird auch der weniger bekannte Prolog des Stückes, der das Ganze zu einem »Spiel im Spiel« werden lässt, zu sehen sein.

Zum Abschluss des Eröffnungs-Tages kommt natürlich auch das gemeinsame Feiern nicht zu kurz, und so wird nach der Vorstellung auf der Party zum »3LänderSpiel« mit den Künstlern gebührend auf das Miteinander und die grenzüberschreitende Zukunft angestoßen.

Selbstverständlich müssen während des Festivals keine Sprachbarrieren befürchtet werden, denn alle Veranstaltungen werden adäquat in die jeweiligen Nachbarsprachen übersetzt. Eine halbe Stunde vor dem Gastspiel wird außerdem eine Stückeinführung angeboten.

Alle Veranstaltungen zum »3LänderSpiel« am Mi., 30. Mai 2012:

THEATER ZITTAU, Foyer
Mi., 30.05.2012, 18:00 Uhr
Eröffnungsveranstaltung
Vorstellung der trinationalen Theaterinitiative »J-O-S«

THEATER ZITTAU
Mi., 30.05.2012, 19:30 Uhr
»Der Widerspenstigen Zähmung«
Komödie von William Shakespeare
Divadlo Františka Xavera Šaldy Liberec (CZ)
Regie: Michal Lang

THEATER ZITTAU
Mi., 30.05.2012, 22:45 Uhr
Party zum LänderSpiel

 

 


Trinationales Theaterfest 3LänderSpiel startet am Mittwoch

27. Mai Veröffentlicht von

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Drei Länder, vier Theater, sechs Aufführungen: Das sind die Zutaten für das neue Theaterfestival »3LänderSpiel« in Zittau. Vom 30. Mai bis 3. Juni steht die Vision des gemeinsamen Theaterverbundes »J-O-S«, eine 2011 vereinbarte künstlerische Kooperation der Schauspielhäuser in Jelenia Góra, Liberec und Zittau, im Fokus.

Genau um die Chancen der Zusammenarbeit soll es in der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch (30. Mai, 18 Uhr) gehen, bei der die Intendanten der drei Häuser das Projekt vorstellen, Fragen beantworten und Anregungen des Publikums entgegennehmen.

Die Menschen der Region stehen dabei im Vordergrund, betont Zittaus Schauspiel-Intendant Carsten Knödler: “Wir leben hier im Dreiländereck an der größten Sprachbarriere Europas, obwohl die Menschen aus Polen, Tschechien und Deutschland nur wenige Kilometer voneinander entfernt wohnen. Die öffentliche Meinung ist geprägt von Vorurteilen und negativen Schlagzeilen. Es ist an der Zeit sich kennen zu lernen. Wie könnte dies besser geschehen als durch Kunst und Theater?” Deshalb steuert das Theater Zittau auch zwei eigene Produktionen zum hauseigenen Minifestival bei: >Alice im Wunderland< und >Der Diener zweier Herren<, sollen dem polnischen und tschechischen Publikum das Zittauer Theaterschaffen näherbringen.

Das gemeinsame Kennenlernen beginnt direkt nach der Projektpräsentation, denn dann steht das Gastspiel des Theater >D. X. Salda< aus Liberec mit Shakespeares Komödie >Der Widerspenstigen Zähmung< (Szenenfoto: D.X. Salda) auf dem Programm. Martin Otava, Intendant des Theater Liberec, blickt für die gemeinsame Zusammenarbeit der Theater schon weit in die Zukunft: “Es kam mir nie in den Kopf, dass wir unsere Kraft einsetzen und etwas schaffen sollen, dass nur kurze Zeit hält! Ein länderübergreifendes System fehlt hier bislang – und nun bauen wir es. Das ist eine gute Sache und wir brauchen dafür auch Unterstützung, politische und ökonomische!” Abgerundet wird dieser Eröffnungstag durch die Möglichkeit zum persönlichen Kennenlernen auf einer gemeinsamen Party mit den Künstlern nach der Vorstellung.

Selbstverständlich müssen während des Festivals keine Sprachbarrieren befürchtet werden, denn alle Veranstaltungen werden adäquat per Übertitel in die jeweiligen Nachbarsprachen übersetzt. Jeweils eine halbe Stunde vor den Gastspielen wird außerdem eine Stückeinführung angeboten.

Alle Termine zum >3LänderSpiel< vom 30. Mai bis 3. Juni am GHT Zittau:

Mi., 30.05.2012, 18:00 Uhr
Eröffnungsveranstaltung
Vorstellung der trinationalen Theaterinitiative >J-O-S<

Mi., 30.05.2012, 19:30 Uhr

>Der Widerspenstigen Zähmung<
Komödie von William Shakespeare
Divadlo Františka Xavera Šaldy Liberec (CZ) Regie: Michal Lang
22:45 Uhr Party zum LänderSpiel

Do., 31.05.2012, 19:30 Uhr

>Medea<
Tragödie von Seneca
Lubuski Teatr w Zielonej Górze im. Leona Kruczkowskiego (PL)
Regie: Brano Mazuch

Fr., 01.06.2012, 19:30 Uhr

>Romeo und Julia auf der Abbey Road< (ausverkauft!)

Musical nach William Shakespeare mit Musik der Beatles GHT Görlitz-Zittau (D)

Regie: Carsten Knödler

 

Sa., 02.06.2012, 15:00 Uhr

Kinderfest mit Kinderzirkus >Crocodille Crocodilini< (CZ)

Sa., 02.06.2012, 17:00 Uhr

>Alice im Wunderland<

Produktion des TheaterJugendClubs nach Lewis Carrol

Regie: Denise Thielsch/Stephan Bestier

Sa., 02.06.2012, 20:00 Uhr KLOSTERHOF ZITTAU

>Der Diener zweier Herren<

Komödie von Carlo Goldoni GHT Görlitz-Zittau (D)

Regie: Silke Johanna Fischer

Sa., 03.06.2012, 19:30 Uhr

>Oleanna< Drama nach David Mamet

Teatr im. Cypriana Kamila Norwida w Jeleniej Górze (PL)
Regie: Bogdan Koca