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GHT-Tanzcompany in Israel – Tourtagebuch

26. Februar Veröffentlicht von

Die Tour der Tanzcompany in Israel geht weiter und Chefchoreograf Dan Pelleg berichtet:

»Das war ein Abenteuer :-) Bei der Landung stellte sich heraus, dass Nikos Koffer am Zwischenstopp in Istanbul geblieben war. Samt Kostüm. Glücklicherweise wurde er 15 Minuten vor Anfang der ersten Vorstellung in Jaffa  ans Theater geliefert.

 Eine tolle erste Vorstellung, die nach sich zwei tolle Kritiken brachte, endete leider auch mit einem entzündeten Knie von Lara, die am nächsten Tag 7½ (!!!!) Stunden im Krankenhaus verbrachte. Dem Knie geht’s viel besser aber bis auf weiteres habe ich ihre Rolle übernommen.

Das beste war aber, als

1. das Flugzeug der 2. Tänzergruppe in Istanbul wegen Nebels nicht landen konnte und die Tänzer nach Bodrum geflogen wurden, dann

2. vom Portier informiert wurden, dass sie um 4 Uhr nachmittags vom Hotel abgeholt werden, um dann beim Frühstück informiert zu werden, dass ihre Fahrt um 4 Uhr morgens war und sie somit ihren Flug verpassten, und

3. im Flug, den sie dann nehmen sollten, nur zwei Plätze übrig waren, weswegen Fernando und Mami noch einen halben Tag später fliegen mussten…

 Ende gut alles gut: alle trafen sich zum Frühstück am Samstag Morgen und Lara geht’s langsam auch besser. «

Und hier die Kritikerstimmen aus Israel zu »Schmetterlingsdefekt«:

“Und – wow! – was für ein Geschehen. Als die Vorstelllung vorbei war, habe ich mich etwas extrem ausgedrückt, wozu ich jetzt, 24 Stunden danach, noch immer stehe: seit 45 Jahren schaue ich mir zeitgenössischen Tanz an und hatte noch kein vergleichbares Stück gesehen.

Der Rhythmus, die Freude am Schaffen und an der Darstellung, die Schönheit, die Virtuosität, die in Erstaunen versetzende Präzision und die herzerwärmende kindliche Verspieltheit.” (Chen Sivan, Ofna’it, 19/02/2014)

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… und dann ging’s los: sieben schwarzgekleidete Tänzer, riesige Kartonkisten und eine Kreativität, die kein Ende nimmt. Der Atem stockt einem vor lauter Schönheit. In den letzten Jahren habe ich den Eindruck bekommen, dass Schönheit im Bühnentanz fallengelassen wurde zugunsten des Ehrgeizes verschieden, anders, originell zu sein, etwas zu sein, das kein Anderer schon vorher erdacht hat, etwas, was dem Publikum einen Schlag ins Gesicht versetzt. Die Musik wird disharmonisch, die Bewegungen gebrochen.

Dan und Marko versuchen das nicht. Sie sind Genies der Schönheit und Ästhetik und aus diesem Fehlen an Anmaßung entsteht doch etwas Verschiedenes, Anderes, Originelles, in einer unbeschreiblichen Vielfalt an Wegen. Man muss es sehen, um es zu verstehen. Wenn ich das Thema des Stückes beschreiben müsste, ohne die Stückbeschreibungen zu beachten, würde ich sagen, dass es dabei um das menschliche Geflecht, um die Zweisamkeit, das einer-in-der-Gruppe-Sein und das gegen-die-Gruppe-Sein geht. Ihre Tänzer haben Spaß – stetig. Sie spielen, lachen, sprechen – all das ohne im Geringsten die technische Perfektion des Tanzens zu schmälern, die teils hochkomplex ist (nicht nur dadurch, dass die Kisten im Stück miteinbezogen werden).

In einem Duett eines Tänzers und einer Tänzerin in einem für sie gebauten Kartonhaus habe ich fast geweint. Ich verrate nicht, warum – geht und schaut es euch an. Woanders habe ich gelacht, und mein Herz – das musste die ganze Zeit Überstunden absolvieren.” (
Gal Barkan, Re’u Huzhartem, 19.02.2014)

 

 


Foto: Pawel Sosnowski

GHT-Wochenvorschau: 24.02. – 02.03.

24. Februar Veröffentlicht von

Zwischenspiel: »Sibirien«: Im Februar-Zwischenspiel zeigt das GHT Zittau Felix Mitterers »Sibirien« (1989), als szenische Lesung mit Ludwig Hollburg, in der Regie von Claudia Grönniger. Hr. Ainger ist alt, einsam, cholerisch, fordernd und obendrein mischt er sich in alles ein. Das Leben mit ihm ist für seine Angehörigen alles andere als einfach. Und natürlich: früher war alles besser. Obwohl: Als junger Soldat wurde er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft ins Arbeitslager nach Sibirien deportiert…Mi., 26.02., 19:30 Uhr im Theater Zittau. Eintritt frei.

Schauspiel im Theater Görlitz: »Yvonne, Prinzessin von Burgund«: In der Groteske des polnischen Schriftstellers Witold Gombrowicz sorgt ein vermeintlich stummes Mädchen am Königshof für Verwirrungen, als sie unverhofft vom Prinzen zu seiner Verlobten auserkoren wird. Es folgt ein spannender Krimi um Schuld, Geheimnisse und Offenbarungen. Fr., 28.02., 19:30 Uhr im Theater Görlitz.

TheaterSeniorenClub Zittau »Der Gewinner ist Anders anders«: In der von der Filmkomödie »Lang lebe Ned Divine« inspirierten Geschichte erzählen die Mitglieder des TheaterSeniorenClubs von einem unverhofften Geldsegen, wahrer Freundschaft und raffinierten Glückssuchern. Am Sa., 01.03., 16:00 Uhr im Theater Zittau.

Schauspiel: »Raucher/Nichtraucher«: Mit nur zwei Schauspielern erschafft Alan Ayckbourn in seinem Mammutwerk »Raucher/Nichtraucher« insgesamt acht eigenständige Theaterstücke mit einer Unmenge an schicksalshaften »Was wäre gewesen, wenn…?«-Verknüpfungspunkten. Am Sa., 01.03., 19:30 Uhr im Theater Zittau.

Schauspiel: »Meisterklasse«: In der Hommage an Maria Callas spielt Gast-Schauspielerin Grit Stephan die Jahrhundert-Diva zwischen künstlerischem Perfektionismus und persönlichen Zweifeln. Als Callas-Schüler sind drei Darsteller des Musiktheater-Ensembles zu erleben. Am So., 02.03., 15:00 Uhr im Theater Zittau.

 

Theaterfrühstück & Einführungsmatinee »Vorspiel«: Erste Einblicke in die Neuinszenierung von TheaterJugendClub und Schauspielensemble  »Frühlingserwachen« erhalten die Zuschauer beim Theaterfrühstück. Am So., 02.03., ab 09:00 Uhr im Theater Zittau.

Gastspiel: Matthias Brandt liest »Psycho«: Der mit dem Deutschen Fernsehpreis als “Deutschlands Bester Schauspieler” gekrönte Matthias Brandt, wagt sich in seinem Bühnenprogramm an Robert Blochs literarische Vorlage zu Alfred Hitchcocks Filmeklassiker »Psycho«. Den Soundtrack zu Brandtʻs inszenierter Lesung liefert der Pianist und Sänger, der “Jimi Hendrix des Flügels” Jens Thomas.  Sa., 01.03., 19:30 Uhr, Theater Görlitz.


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Neuer Kommentar zu »Raucher/Nichtraucher«

23. Februar Veröffentlicht von

»Das war SPITZE! Um im Jargon des Moderators zu bleiben. Wir haben schon lange nicht mehr so viel gelacht. Herrlich schwarzer Humor, der uns die Tränen in die Augen trieb. Ein Bühnenbild, das mit dem Stück lebt, sowie die Leistung der Schauspieler. … Alles SPITZE ! Danke für den wunderschönen Abend.«  (Karin und Gunter, 21.02.14)


Foto: Pawel Sosnowski/80studio.net

GHT-Tanzcompany auf Tour in Israel

18. Februar Veröffentlicht von

Vom 17. Februar bis 2. März wird die Tanzcompany mit „Schmertterlingsdeffekt“ in Israel unterwegs sein. Für Lital Ben-Horin bedeutet das, nach Hause kommen…

1)Worauf freust du dich vorwiegend bei der Israel-Tour?

Ich werde zum ersten Mal in meiner Heimat performen! Dann kann ich den anderen zeigen wo ich herkomme und außerdem ist es ein anderes Gefühl mit der Company auf Tour zu sein, als am Haus zu spielen und auf diese Abwechslung freu ich mich.

2)Haben einige Spielorte eine besondere Bedeutung für dich?

In meinem Cast [Anm.: die Company ist in zwei Gruppen geteilt] spielt Jerusalem eine wichtige Rolle, da dort Freunde leben, die mich noch nicht tanzen gesehen haben.

3)Gibt es ein Theater, in dem du schon immer tanzen wolltest?

Das Cameri-Theater in Tel Aviv! Außerdem gibt es in Tel Aviv einen neuen Ort, an dem aktuelle Künstler sich präsentieren können.

4)Hat das Publikum andere Verhaltensweisen?

In Israel gibt es keine festen Opern und Theater wie in Deutschland, sondern Shows. Es gibt auch keine große Tanzszene, wodurch Tanz eher selten gezeigt wird. Dadurch ist jedoch das Publikum sehr offen und ich bin gespannt, wie viele Besucher kommen und wie sie reagieren werden.

5)Könnten die anderen Tänzer kleine Kulturschocks erwarten?

Ich denke eher nicht. Es ist laut dort, etwas chaotisch und alles läuft ein wenig langsamer, aber die Menschen sind sehr aufgeschlossen – es kann passieren, dass dir ein Unbekannter im Café von seinem Leben und aktuellen Problemen erzählt. Und es ist viel wärmer…hoffentlich.
Das ist eben Israel – Du weißt niemals, was du erwarten kannst!

Heike Zadow