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Neuer »Hänsel« für Märchenoper

25. November Veröffentlicht von

Willkommen zurück! Mezzosopranistin Regina Pätzer kennen einige von Euch bereits als »Brigitta« in »Die tote Stadt«. Nun kommt sie wieder nach Görlitz und wird in »Hänsel und Gretel« die Rolle des Hänsel übernehmen und außerdem im Weihnachtskonzert singen.

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Für unseren Blog erzählt Sie uns etwas über die Probenzeit:

 

1)  Was macht den Hänsel für Sie, auch im Vergleich zu früheren Inszenierungen, in denen Sie diesen Part sangen, aus?

Der Hänsel in der Görlitzer Inszenierung ist ein ganz kindlicher, quirliger Junge, der zunächst jede Gelegenheit sucht, sich mit seiner Schwester Gretel zu messen und sich als großer Bruder zu beweisen. Dennoch halten die Geschwister in schwierigen Situationen immer zusammen und beschützen sich gegenseitig. Diese große Ambivalenz zwischen Stärke und Schwäche, quirliger Freude und purer Angst, Traum und Realität ist hier das Prinzip für die Figuren.

Es ist mit jeder neuen Inszenierung spannend, die verschiedenen Facetten des Rollencharakters kennenzulernen und ganz bewusst herauszuarbeiten. Das ist eine aufregende Arbeit und eine spielerische Herausforderung in solch kurzer Zeit.

 

2)  Haben Sie diese Oper als Kind schon selbst gesehen?

 

Leider nein. Ich habe als Kind andere Weihnachtsmärchen und Singspiele im Staatstheater Mainz besucht oder auch selbst in der Schule gespielt. Ich freue mich als Hänsel aber immer sehr auf den motivierten und begeisterten Kinderchor, der im Stück ja eine wichtige Rolle spielt und singt. Natürlich wünsche ich mir auch viele Kinder im Publikum, die ihre ersten Erfahrungen mit großer Oper machen. Durch die bekannte Handlung und die eingearbeiteten Kinderlieder ist es eine tolle Möglichkeit zusammen mit Eltern oder Großeltern diese Form von Theater behutsam kennenzulernen.

3)  Weihnachtskonzert und Oper – welches ist für Sie der Favorit?

 

Da gibt es keinen expliziten Favoriten. Ich mag beide Formen sehr- sowohl das Konzert als auch die Bühne. Denn beide Vorstellungen haben unterschiedliche Anforderungen an mich. In der Oper schlüpfe ich in eine bestimmte Figur- mit Kostüm, Regie und Handlung. Im Konzert liegt der Schwerpunkt auf der Musik, dem stimmlichen Einfügen und der Vielfältigkeit der Stücke: Von klassischen Ensemblewerken über die spätromantische Opernarie bis zum Gospel ist da alles dabei.

Gerade dieser Unterschied macht den besonderen Reiz aus. Bei beidem bleibt aber für mich die Liebe zum Detail und die Musikalität stets im Vordergrund.


»Der Berggeist« kommt ins Theater

23. November Veröffentlicht von

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Rübezahl staunt nicht schlecht: Überall auf seinen Bergen im Dreiländereck tummeln sich zweibeinige Kreaturen, die sein Land in Besitz nehmen wollen! Gemeinsam mit einem befreundeten Wassergeist macht er sich auf eine musikalische Reise, um diese seltsamen Wesen näher kennen zu lernen.
Kinderlieder aus Deutschland, Polen und Tschechien sollen in der neuen mobilen Inszenierung »Der Berggeist« die Sprachen der Nachbarländer spielerisch erfahrbar machen. Die Proben für die Premiere am 05.12. sind schon in vollem Gange, und auch das trinationale Team lernt dabei viel dazu. Anschließend tourt die mobile Produktion für Kinder ab 3 Jahren durch das Dreiländereck. Auf Wunsch besuchen Rübezahl und seine Freunde die Kitas der Region.

Die Hauptrolle des Berggeists spielt GHT-Darsteller Tilo Werner.

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Mateusz Grabowski ist Absolvent der Staatlichen Theaterhochschule Krakau (Außenstelle Wrocław), und spielt den Mauli und Naturforscher Jan.

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Jana Podlipná (rechts im Bild) aus der Tschechischen Republik sorgt als Luftgeist Zephira und als Malerin Anna für viel Spaß auf der Bühne.

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Christian Fischer ist der Musiker des Stückes, mit Gitarre, Akkordeon und vielem mehr bringt er die tschechischen, deutschen und polnischen Kinderlieder zum Klingen.

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Gefördert durch den Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.


Gemeinsame Erklärung der Gastgeber der Zittauer Ballnacht am 14.11.2015

14. November Veröffentlicht von

Heute ist schon wieder einer dieser Tage. Von denen es zu viele gibt. Besonders traurige. Nicht geeignet für politische Vereinnahmungen, Hysterie und schnell gefällte Urteile. Es ist uns allen bewusst, dass es in der Welt zu viele Krisengebiete gibt, in denen Dinge passieren, die entsetzlich sind. Immer wieder hören wir von Anschlägen, Überfällen und Auseinandersetzungen. Erst kürzlich haben wir erfahren, dass eine russische Passagiermaschine über dem Sinai wahrscheinlich einem Anschlag zum Opfer gefallen ist. Und gestern haben Terroristen ein deutsch-französisches Freundschaftsspiel im Fußball genutzt, um die mediale Aufmerksamkeit auf ihre Schandtaten zu lenken. Weit über 100 Menschen sind gestorben, viele sind schwer verletzt oder kämpfen noch um Ihr Leben. Mitten in Paris, mitten im Herzen Europas. Die französische Hauptstadt ist eines der Symbole für ein geeintes Europa mit den Werten, die seit der französischen Revolution als Grundlagen der Demokratie gelten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Gerade auch die deutsch-französische Freundschaft, nach einer langen Feindschaft mühsam aufgebaut, ist ein tragendes Symbol der Europäischen Union.

 

Wir hier in Zittau können nicht ignorieren, was in Paris geschehen ist. Wir haben hier seit dem Mauerfall immer mehr daran gearbeitet, dass wir nicht nur rein geografisch mitten in Europa liegen, sondern dass es zur Realität wird, dass unsere Kinder und auch die nachfolgenden Generationen die Schnittstellen zu unseren Nachbarn in Polen und Tschechien selbstverständlich nutzen für den kulturellen Austausch, ein gutes politisches Miteinander und wirtschaftlichen Erfolg. Dies ist bis heute noch nicht überall gelungen, wir befinden uns auf einem guten Weg. Es gibt auch noch genügend zu tun, jedoch sollten wir von diesem Weg nicht abweichen: Wir sind Europäer – samt unserer nationalen Besonderheiten und dem nicht einfachen historischen Erbe. Wir sind überzeugt davon, dass wir gemeinsam weitaus mehr Chancen für ein glückliches und prosperierendes Leben haben als jede Region für sich allein. Aus reiner Mitmenschlichkeit und angesichts unserer eigenen Geschichte hier am Zusammenschluss der jüngsten europäischen Mitglieder treffen uns die Ereignisse in Paris ins Herz. Wir fühlen mit unseren Nachbarn.

 

Wir aber sind hier und heute verabredet zu einem rauschenden Fest, einem Ball, einem freudigen Ereignis. Uns Gastgebern ist es an dieser Stelle nicht möglich, den Ball mit einem Tanz zu eröffnen. Der traditionelle Wiener Walzer erscheint uns nicht angebracht angesichts der Toten und ihrer Angehörigen, die wir in Paris wissen. Dennoch möchten wir den Ball nicht absagen, möchten nicht einknicken vor dem Symbol der Angst, das der Terrorismus immer erreichen will. Sie haben keine Macht über uns, sie dürfen sie auch nie erhalten. Die Angst bestimmt unser Leben nicht. Wir selbst haben unser Leben in der Hand, wir selbst wollen frei und selbstbestimmt mit unseren Nachbarn und Gästen zusammen leben. Zum Leben gehören Feiern. Sie finden nicht außerhalb des Weltgeschehens statt, doch sie erinnern uns daran, dass wir hier in Freiheit und Frieden leben. Deshalb möchten wir mit Ihnen genau darauf anstoßen: Freiheit und Frieden.

 

Es gilt, was Navid Kermani – deutsch-iranischer Schriftsteller und diesjähriger Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels – am 7. Januar 2015 anlässlich des Anschlags auf Charlie Hebdo schrieb: “Das ist ein Anschlag auf ein Europa, das den Menschen ungeachtet ihres Geschlechts, ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer sexuellen Orientierung Würde, Freiheit und gleiche Rechte zuspricht. Tun wir, was den Tätern am meisten missfällt und den Opfern am meisten entspricht: Bleiben wir frei.“

 

Thomas Zenker, Oberbürgermeister Große Kreisstadt Zittau

Prof. Friedrich Albrecht, Rektor der Hochschule Zittau-Görlitz

Prof. Thorsten Claus, Direktor Internationales Hochschulinstitut Zittau der Technischen Universität Dresden

Caspar Sawade, Geschäftsführer Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

Dorotty Szalma, Schauspiel-Intendantin Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau


Märchen Tagebuch Tag 3

4. November Veröffentlicht von

Heute meldet sich das Tanzduett Martha Pohla und Marc Schützenhofer.

In dem diesjährigen Weihnachtsmärchen erwarten einen nicht nur die unterschiedlichsten Musikstile, sondern auch Tanzarten. Die letzten Wochen waren wir damit beschäftigt, drei verschiedene Choreographien einzustudieren. Begonnen hatte unsere Tanzsafari mit dem Walzer, danach näherten wir uns dem Tango und zu guter Letzt, dem uns bis dahin unbekannten Merengue.

Es ist natürlich schwer alle Eindrücke, der letzten Zeit zusammenzufassen, dennoch wollen wir unsere Erfahrungen nicht für uns behalten.

„Seit dem wir tanzen, achte ich natürlich auf meine Ernährung!“ sagt Martha während sie einen Hot Dog isst. „Bevor ich meine Kollegin überhaupt kenne, weiß ich genau wie viel sie wiegt! Es ist unterschiedlich – gegen Ende der Probe wird sie seltsamerweise schwerer, oder ich schwächer?“  fragt sich Marc.

Bei der Einstudierung der Tänze hatten wir viel Hilfe von Ina Neumann, Marko E. Weigert und Dorotty Szalma. Wir können nicht von uns behaupten, dass wir immer alles sofort begreifen, aber immerhin wurde es noch nie langweilig auf den Proben. Dazu kommt, dass die Musik von Levente Gulyás mit absoluter Ohrwurmgarantie einfach verzaubernd ist. Es erhöht den Spaßfaktor ungemein, wenn einem die Musik so gut gefällt, dass man das ganze Märchenteam durch das Theater singen hören kann. Doch das ist ein anderes Kapitel, zu dem wir ein andermal kommen werden.

Welcher ist dein Lieblingstanz?

Martha: „Der Tango ist gleichzeitig der liebste und der schwerste.“

Marc: „Tango, macht riesen Spaß, ist aber auch am anstrengendsten.“

Was ist die größte Herausforderung beim Tanzen?

Martha: „Nicht zu lachen!“

Marc: „Martha heißt bei mir „Lachsack“ was nichts mit ihrer Körperspannung zu tun hat, sondern…naja es liegt wahrscheinlich an mir. Ich sollte vielleicht aufhören sie zu kitzeln?“

Martha: (lacht)

Marc: „Nein ernsthaft- meinen panischen Blick verstecken, weil Martha sonst lachen muss und sich die Abfolgen merken, da sonst der Blick entsteht!“

Schmerzen?

Marc: „Der „Ellbow-check“ von Martha. Hat sie vorher Eishockey gespielt? Ich traue mich nicht zu fragen. Ich hatte gleich am ersten Tag eine große Blase am Fuß und wie sagt Horst Schlämmer immer: „Isch habe Rücken“. Zudem haben wir natürlich mit dem obligatorischen Muskelkater zu kämpfen.“

Martha: „Ich habe wieder einmal gemerkt, wie wichtig das Dehnen vor der Tanzprobe ist. Einmal vergessen und schon hatte ich einen steifen Hals und nein ich habe noch nie Eishockey gespielt.“

Doch unseren Schmerzen glauben wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir  hatten zwei Tage Tanzpause und prompt gab es heute das pure Chaos. Wir hoffen das wird zu den Vorstellungen besser.

Immerhin können wir von uns behaupten, dass wir ständig etwas dazu lernen. So dachten wir „Merengue“ sei eine Stadt in Spanien. Jetzt wissen wir, dass Dorotty Szalma und Kerstin Slawek sich diesen Tanz ausgedacht haben. Die Abfolge macht uns immer noch ganz schön zu schaffen.

Was darf bei den Tanzproben nicht fehlen?

Martha: „Marc kam erst bei der zweiten Tanzprobe darauf, dass er sich bewegen muss und Anzugshosen aus dem Fundus eng werden, wenn man schwitzt und sie nicht viel Bewegungsfreiheit bieten. Natürlich sollte man auch das Wasser nicht vergessen.“

Marc: „Martha hat alles richtig gemacht.“

Dein Leben nach der Tanzerei?

Marc und Martha: „Vielleicht Schauspiel, oder Frührente.“

 

Hier ist der Beweis: Es ist tatsächlich möglich Schuhe zu zertanzen! Ein Paar hat Martha schon geschafft, vielleicht werden es bis zur Premiere sogar zwei…