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Adrian Becker im Interview zu seiner Rolle als Roger de Bries im Musical “The Producers”

22. September Veröffentlicht von

adrian beckerHerr Becker, das Görlitzer Publikum hat sie bereits für Ihre Auftritte als Albin und Zaza in »Ein Käfig voller Narren« gefeiert. Wie haben Sie Ihre Rückkehr auf die Görlitzer Bühne als Roger De Bris in »The Producers« erlebt?
Obwohl wir alle sehr bedauern, dass »Ein Käfig voller Narren« nicht auf dem Spielplan steht, habe ich mich erneut sehr auf Görlitz gefreut. Die Zusammenarbeit mit Sebastian Ritschel und Ronny Scholz ist künstlerisch und freundschaftlich immer wieder ein großes Vergnügen. Außerdem habe ich in meiner Zeit von »Ein Käfig voller Narren« zauberhafte Kollegen am GHT kennengelernt. Da fällt die Rückkehr nach Görlitz noch leichter.

Sie spielen in »The Producers« einen schwulen Regisseur, der letztlich in seiner eigenen Produktion die Hauptrolle übernimmt und plötzlich als Hitler auf der Bühne steht. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Viel Weißwein nach Sonnenuntergang. (Manchmal auch schon vorher.)

Das Gerhart-Hauptmann-Theater ist erst das dritte deutsche Theater überhaupt, das »The Producers« in den Spielplan aufgenommen hat. Wie beurteilen Sie diese Entscheidung?
Nachdem ich am eigenen Ohren hören musste wie einige Mitbürger mit Naziparolen umgehen (ich wurde mit »Sieg Heil« am Wilhelmsplatz begrüßt) und nachdem ich sehe wie viele Anhänger der rechtspopulistischen, sogenannten »Alternative für Deutschland« es nicht nur in Görlitz gibt, finde ich die Entscheidung dieses Werk auf die Bühne zu bringen sehr mutig .
Um mit einem Zitat aus der Ritschel Inszenierung  »Cabaret« an der Oper Magdeburg zu antworten: »WEHRET DEN ANFÄNGEN!«.

Welche Reaktionen haben Sie aus dem Publikum und Ihrem persönlichen Umfeld bislang auf Ihre Rolle und die Musicalinszenierung selbst erhalten?
Aus meinem persönlichen Umfeld habe ich bisher keine Reaktionen erhalten. Die sind einiges von mir gewohnt. Die überregionale Fachpresse überschlägt sich mit dem Superlativ (eine Lobhudelei in eigener Sache erspare ich den Lesern) und der Rezensent der lokalen Sächsischen Zeitung fragt sich was »DER GRÖSSTE FÜHRER ALLER ZEITEN«  wohl dazu gesagt hätte, dass er als »GRÖSSTE TUNTE ALLER ZEITEN« dargestellt würde.
Nun, ich kann die Frage beantworten. Er hätte nichts gesagt, er hätte mich vermutlich umbringen lassen.
In diesem Sinne, kommen Sie vorbei solange ich noch am Leben bin.
»HEIL MIR SELBST«!

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