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»Ein Seitenwechsel kann sehr erquickend sein.«

16. Februar Veröffentlicht von

Der kaufmännische Geschäftsführer Caspar Sawade steht aktuell als Blässling in »Ein Sommernachtstraum« auf der Bühne. Wir sprachen mit ihm über die Gründe für seinen Ausflug ins Schauspiel und die Folgen für seine tägliche Arbeit.

Aktuell stehen Sie in der Inszenierung »Ein Sommernachtstraum« als Blässling auf der Bühne. Für einen kaufmännischen Geschäftsführer ist das mehr als ungewöhnlich. Wie empfinden Sie diesen Seitenwechsel und die daraus resultierende Doppelbelastung?

Caspar Sawade: Ich übernehme immer wieder gern kleinere Rollen und empfinde das eine als Erholung vom anderen. So ein Seitenwechsel kann sehr erquickend sein, außerdem ist es in jedem Unternehmen gut und wichtig, wenn die Managementseite die Abläufe und Prozesse auch praktisch nachvollziehen kann. Das gibt mir den nötigen, unverfälschten Einblick, den ich für meine tägliche Arbeit dringend brauche.

Die Arbeit als Schauspieler ist Ihnen ja nicht fremd. Wie kam es, dass Sie diesem, sehr kreativen Beruf den Rücken gekehrt und ein BWL-Studium begonnen haben?

Caspar Sawade: Schon als Jugendlicher stand dieser Karriereweg für mich ziemlich fest. Ich kenne diesen Beruf von klein auf, auch meine Eltern waren Schauspieler. In der Schule war ich bereits in einem Theaterverein und habe anschließend eine Schauspielausbildung absolviert. Während meines Engagements in Meiningen war ich dann nicht so richtig glücklich und habe begriffen, dass dies nicht ewig mein Beruf bleiben wird. Also habe ich mein Abitur nachgeholt und das BWL-Studium begonnen – eine angewandte Wissenschaft, die übrigens ebenfalls kreativ ist! Ich denke, man sollte im Leben mehr als einer Tätigkeit nachgehen und unbedingt auch seine kreative Ader ausleben. Das halte ich für essentiell für ein glückliches, zufriedenes Dasein.

War der Weg zurück ans Theater bewusst gewählt oder hat er sich zufällig ergeben?

Caspar Sawade: Das war ein ausgesprochen schöner Zufall. Ein Bekannter von mir hat mir noch während meines Studiums berichtet, dass in Zittau ein kaufmännischer Geschäftsführer gesucht wird. Also habe ich mich beworben und die Stelle auch bekommen.

Wie oft haben Sie seit Beginn Ihrer Tätigkeit am Gerhart-Hauptmann-Theater bereits auf der Bühne gestanden und wie lange müssen Sie überlegen, ob Sie eine Rolle übernehmen?

Caspar Sawade: Zwischenzeitlich stand ich in etwa fünfmal in verschiedenen Rollen auf der Bühne. Überlegen muss ich in aller Regel nicht sehr lang. Wichtig ist, dass es keine aufwändig zu erarbeitenden Rollen sind, die ich spiele. In den meisten Fällen handelt es sich um Typbesetzungen oder ich springe für erkrankte Kollegen ein.

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